SORKC Verhaltensanalyse: Kostenloses Arbeitsblatt
Beschreibung:
Dieses kostenlos verfügbare Arbeitsblatt zur Verhaltensanalyse nach dem SORKC-Modell wurde speziell entwickelt, um Klient*innen aktiv in den therapeutischen Prozess einzubinden. Es handelt sich um ein klientengerechtes Material zum Selbstausfüllen, das wahlweise als vorbereitende Hausaufgabe oder gemeinsam in der Therapiestunde bearbeitet werden kann.
Durch die ansprechende Farbgestaltung und das strukturierte Design wird eine niedrigschwellige Bearbeitung komplexer Verhaltensmuster ermöglicht. Anstelle von abstrakten Fachbegriffen leiten leicht verständliche Fragen und kurze Erklärungen sicher durch die einzelnen Schritte der Verhaltensanalyse.
Aufbau und Anleitung für die Praxis
Das Arbeitsblatt ist übersichtlich und logisch aufgebaut, sodass eine selbstständige Bearbeitung durch Klient*innen gut möglich ist. Zu Beginn wird ein konkretes, problematisches Verhalten eingetragen, welches analysiert werden soll. Anhand dieses eigenen Beispiels werden anschließend alle Schritte des SORKC-Modells systematisch durchlaufen:
Stimulus/Situation (S): Auslöser der Situation erfassen.
Organismus (O): Eigenschaften, Erfahrungen und aktuelle Verfassungen (wie Stress oder Schlafmangel) identifizieren, die mit in die Situation gebracht werden.
Reaktion (R): Die Reaktionen auf körperlicher, gedanklicher, emotionaler und verhaltensbezogener Ebene detailliert beschreiben.
Konsequenz (C): Die kurz- und langfristigen Folgen des Verhaltens benennen.
Kontingenz (K): Eine vereinfachte Darstellung der Regelmäßigkeit, bei der durch einfaches Ankreuzen angegeben wird, wie schnell und wie verlässlich bestimmte Folgen eintreten.
Um die Hürden beim Ausfüllen so gering wie möglich zu halten, wird bei den Konsequenzen bewusst auf die formelle Unterscheidung von C- und C+ verzichtet. Stattdessen werden die Folgen einfach mit einem Plus (+) für positive oder einem Minus (-) für negative Konsequenzen markiert. Gleichzeitig wird den Klient*innen durch einen praxisnahen Hinweis erklärt, dass auch der Wegfall eines unangenehmen Gefühls (wie etwa nachlassende Anspannung oder Erleichterung) als positive Konsequenz (+) eingetragen werden kann. Diese didaktische Vereinfachung fördert das Verständnis für Mechanismen der negativen Verstärkung, ohne mit klinischer Theorie zu überfordern.
Das SORKC-Modell in der kognitiven Verhaltenstherapie
Das SORKC-Modell (ursprünglich von Frederick Kanfer entwickelt) ist eines der zentralen und bewährtesten Werkzeuge der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) zur sogenannten Verhaltens- oder Mikroanalyse. Es dient dazu, die genauen Entstehungs- und Aufrechterhaltungsbedingungen eines spezifischen Symptoms, eines Problemverhaltens oder einer emotionalen Reaktion hochaufgelöst und detailliert zu verstehen. Während Diagnosen oft nur beschreibend sind, liefert das SORKC-Modell ein tiefgreifendes funktionales Verständnis: Es wird transparent gemacht, warum ein dysfunktionales Verhalten von den Klient*innen aufrechterhalten wird, obwohl es langfristig oft zu erheblichen negativen Konsequenzen führt.
Dabei wird menschliches Verhalten nicht isoliert betrachtet, sondern in eine logische, zeitliche Kette eingebettet: Ein innerer oder äußerer Reiz (Stimulus) trifft auf die individuelle Lerngeschichte, verinnerlichte Schemata und die biologische Disposition (Organismus). Daraus resultiert eine komplexe Reaktion auf kognitiver, emotionaler, physiologischer und motorischer Ebene. Durch die Verknüpfung (Kontingenz) mit den darauffolgenden positiven oder negativen Auswirkungen (Konsequenz) wird das Verhalten schließlich verstärkt oder gelöscht. Besonders die Erkenntnis, dass kurzfristige positive Konsequenzen (wie Spannungsreduktion, Ablenkung oder die Vermeidung von Angst) das Verhalten in der Regel viel stärker formen als langfristige negative Folgen, ist für viele Klient*innen eine essentielle Erkenntnis.
Die sorgfältige Erhebung der Organismusvariable und der Konsequenzen ist daher entscheidend für die weitere Therapieplanung. Sie liefert die direkten Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen wie die kognitive Umstrukturierung, Expositionsübungen, den Aufbau von funktionalem Alternativverhalten oder die Arbeit an grundlegenden Mustern. So wird aus einer reinen Analyse ein konkreter Fahrplan für die Verhaltensänderung.
Anwendungsmöglichkeiten in der Therapie
Der Einsatz dieses Arbeitsblattes bietet sich in verschiedenen Phasen der Psychotherapie an. Es kann in der frühen Therapiephase zur Diagnostik und Psychoedukation genutzt werden, um das Konzept der Verhaltensanalyse einzuführen. Ebenso eignet es sich zur Vorbereitung auf Verhaltensänderungen, da Klient*innen ein tiefgreifendes Verständnis für ihre eigenen Reaktionsmuster entwickeln.
Das Material lässt sich ideal bei Störungsbildern wie Depressionen, Angststörungen, Zwängen oder Suchterkrankungen anwenden, bei denen die Identifikation von Auslösern und aufrechterhaltenden Bedingungen im Zentrum der Behandlung steht. Durch die klientengerechte Aufbereitung wird die therapeutische Beziehung gestärkt und die Eigenverantwortung im Therapieprozess gefördert.
Ideale Kombination mit weiteren kostenlosen Arbeitsblättern
Um den therapeutischen Prozess noch runder zu gestalten, lässt sich die SORCK-Verhaltensanalyse hervorragend mit weiteren psychologischen Materialien kombinieren. Für das systematische Erfassen von problematischen Situationen im Alltag der Klient*innen empfiehlt sich der Einsatz von Wochenprotokollen. Dafür bieten wir auch kostenlose Wochenprotokolle auf Psychokit an.
Sollte sich in der Mikroanalyse zeigen, dass vor allem kognitive Prozesse und Grundüberzeugungen das Problemverhalten antreiben, bietet sich ein fließender Übergang zur kognitiven Umstrukturierung an. Hierfür kann unser ABC-Modell Arbeitsblatt (kostenlos, mit Psychoedukation) herangezogen werden. Während das SORKC-Modell das Verhalten in seiner Gesamtheit beleuchtet, zoomt das ABC-Modell gezielt auf die bewertenden Gedanken und hilft den Klient*innen dabei, diese aktiv zu hinterfragen und zu verändern.
Lade dir das SORKC-Modell Arbeitsblatt jetzt kostenlos herunter und nutze es in deiner nächsten Sitzung!
Quellenverzeichnis:
Kanfer, F. H., & Phillips, J. S. (1975). Lerntheoretische Grundlagen der Verhaltenstherapie. Kindler.
Reinecker, H. (2015). Verhaltensanalyse. Hogrefe.
Grafische Elemente und Schrift aus Canva (https://www.canva.com/)
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