Das Vorschaubild zeigt ein Symbol für die kognitive Umstrukturierung und typsche Arten von Denkfehlern.

Kognitive Verzerrungen sind ein zentrales Konzept der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Seit Aaron T. Beck sie in den 1960er Jahren systematisch beschrieben hat, gehört deren Identifikation und Modifikation zum Kernrepertoire psychotherapeutischer Arbeit. Trotz breiter theoretischer Fundierung bleibt die praktische Vermittlung im therapeutischen Alltag eine Herausforderung, insbesondere dann, wenn Klient*innen keinen intuitiven Zugang zu abstrakten Konzepten wie „automatischen Gedanken“ oder „kognitiven Schemata“ finden.

Gut aufbereitete Arbeitsmaterialien können hier eine Brücke schlagen: Sie strukturieren psychoedukative Einheiten, fördern die Selbstreflexion zwischen den Sitzungen und erleichtern den Transfer in den Alltag. Im Folgenden stellen wir eine Auswahl an Materialien vor, die sich in verschiedenen Phasen der kognitiven Umstrukturierung einsetzen lassen.

ABC-Modell

Das ABC-Modell nach Ellis bildet häufig den Ausgangspunkt kognitiv-verhaltenstherapeutischer Interventionen. Es verdeutlicht, dass nicht das auslösende Ereignis (A – Activating event) direkt zur emotionalen und behavioralen Reaktion (C – Consequence) führt, sondern die vermittelnden Bewertungen und Überzeugungen (B – Beliefs).

Für die praktische Arbeit empfiehlt sich dieses ABC-Modell-Arbeitsblatt mit integrierter Psychoedukation: Es verbindet eine kompakte Erklärung des Modells mit einem strukturierten Selbstbeobachtungsformat. Klient*innen können damit eigenständig Situationen analysieren und erste Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten erkennen. Das Material eignet sich besonders für die frühe Therapiephase zur Etablierung des kognitiven Modells sowie als Hausaufgabe zwischen den Sitzungen.

ABC-Modell Arbeitsblatt (kostenlos) mit Psychoedukation

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Klassische Arbeitsblätter zur kognitiven Umstrukturierung sind oft starr tabellarisch und wirken auf Klient*innen schnell wie eine trockene Schulaufgabe. Um diesen wichtigen kognitiven Prozess deutlich greifbarer und einladender zu machen, haben wir dieses farbenfrohe, übersichtliche und optisch sehr ansprechende Arbeitsblatt gestaltet. Wir stellen es dir und deiner Praxis komplett kostenlos als Download zur Verfügung!

Das Material ist in zwei strukturierte Seiten gegliedert, die die Klient*innen Schritt für Schritt durch die Psychoedukation und die praktische Anwendung führen:

Seite 1: Psychoedukation & ein lebensnahes Alltagsbeispiel

Auf der ersten Seite wird das theoretische Konzept des ABC-Modells kurz, prägnant und klientengerecht erklärt. Um die oft abstrakte kognitive Theorie greifbar zu machen, enthält diese Seite ein anschauliches Alltagsbeispiel. Dieses Beispiel dient als Modell und nimmt den Klient*innen die Angst vor dem "weißen Blatt".

Die Darstellung arbeitet dabei mit einer klaren visuellen Gegenüberstellung zweier Stränge:

  • Der "alte Pfad": Er zeigt Schritt für Schritt auf, wie ein alltäglicher Auslöser durch eine schnelle, negative Bewertung zu einer belastenden Konsequenz auf der Gefühls- und Verhaltensebene führt.

  • Der "neue Pfad" (Umbewertung): Direkt daneben visualisiert das Arbeitsblatt den Prozess der Umstrukturierung. Es veranschaulicht eindrucksvoll, wie genau derselbe Auslöser durch eine alternative, hilfreichere Bewertung zu einer völlig neuen, deutlich entlastenden Konsequenz für das emotionale Wohlbefinden führt.

Seite 2: Die eigene Erarbeitung und kognitive Umstrukturierung
Auf der zweiten Seite werden die Klient*innen dann selbst aktiv. Sie beginnen mit einem konkreten eigenen Auslöser, notieren ihre ursprüngliche Bewertung und die daraus folgende Konsequenz auf der Gefühls-, Körper- und Verhaltensebene. Anschließend werden sie durch gezielte Leitfragen ("Wie könnte ich die Situation anders bewerten?"*) dazu angeregt, eine alternative Sichtweise zu entwickeln und die positiven Auswirkungen dieser neuen Bewertung auf ihr Fühlen und Handeln zu skizzieren.

Was genau verbirgt sich hinter dem ABC-Modell?

In der therapeutischen Praxis hören wir fast täglich Sätze wie: "Diese Situation hat mich so wütend gemacht!" oder "Dass er das gesagt hat, hat mich total verletzt." Für unsere Klient*innen fühlt es sich in diesen Momenten oft so an, als wären sie ihren Emotionen und den äußeren Umständen hilflos ausgeliefert. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Das ABC-Modell (ursprünglich von Albert Ellis entwickelt), ein absoluter Kernbaustein der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), zeigt uns: Es sind in der Regel nicht die äußeren Situationen selbst, die unsere starken Gefühle oder problematischen Verhaltensweisen auslösen, sondern unsere ganz persönliche, innere Bewertung dieser Situationen.

Würden äußere Ereignisse unsere Gefühle direkt und unvermeidbar wie einen körperlichen Reflex auslösen, wären wir kaum in der Lage, etwas an unserem emotionalen Erleben zu verändern. Weil aber zwischen dem Ereignis und unserer Reaktion immer unsere eigene Bewertung steht, finden wir genau dort unseren effektivsten therapeutischen Hebel. Wenn Klient*innen üben, ihre automatischen Gedanken zu erkennen, können sie diese hinterfragen und durch hilfreichere, realistischere Bewertungen ersetzen. Das wirkt sich sofort spürbar auf das Wohlbefinden aus!

Das Akronym steht für die drei wesentlichen Schritte der emotionalen Entstehung:

  • A - Auslöser (Activating Event): Was genau ist passiert? (Die sachliche, objektive Situation).

  • B - Bewertung (Beliefs): Was habe ich in dem Moment gedacht? (Meine automatischen Gedanken und inneren Überzeugungen).

  • C - Konsequenz (Consequences): Welche Gefühle, körperlichen Reaktionen und Verhaltensweisen hatte ich danach?

Warum dieses Material in der Therapie so sinnvoll ist
Das ABC-Modell ist der Türöffner für jede weitere kognitive Arbeit. Das optisch sehr aufgeräumte Design dieses Arbeitsblattes überfordert die Klient*innen kognitiv nicht, sondern leitet den Blick ganz natürlich und logisch vom Auslöser bis hin zur alternativen Konsequenz. Es eignet sich hervorragend:

- Für die ambulante und stationäre Psychotherapie (Einzel- und Gruppensetting).
- Als Einstieg in die kognitive Umstrukturierung.
- Zur Bearbeitung von Schwarz-Weiß-Denken und anderen kognitiven Verzerrungen.
- Als wertvolle, strukturierende Hausaufgabe zwischen den Therapiesitzungen, um das Erkennen von Denkfallen im echten Alltag zu trainieren

Weitere Materialien zur kognitiven Umstrukturierung

Das ABC-Modell lässt sich wunderbar mit anderen Interventionen und Materialien zur kognitiven Umstrukturierung verbinden. Unsere Empfehlungen:
- Denkfallen-Kartenset zum Selbstdrucken
- Schwarz-Weiß-Denken Arbeitsblatt: Erkennen der Graustufen

Merken Kostenlos

Denkfehler nach Beck – Liste und Beispiele

Die von Beck beschriebenen kognitiven Fehler – darunter Katastrophisieren, Übergeneralisierung, selektive Aufmerksamkeit und Schwarz-Weiß-Denken – sind in der Fachliteratur gut dokumentiert. Dennoch fällt es vielen Klient*innen schwer, diese abstrakten Konzepte auf die eigene Gedankenwelt anzuwenden.

Die Denkfehler-Liste nach Beck mit Arbeitsblatt und Beispielen adressiert genau dieses Problem: Sie präsentiert die klassischen Denkfehler anschaulich mit alltagsnahen Beispielen und bietet einen Reflexionsraum zur Selbsteinschätzung. Therapeutisch lässt sich das Material sowohl zur Psychoedukation als auch zur gezielten Selbstreflexion nutzen, etwa indem Klient*innen ihre häufigsten Denkfehler identifizieren und eigene Beispiele formulieren.

Denkfehler-Liste (Beck) Arbeitsblatt mit Beispielen

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Das Erkennen und Auflösen von automatischen, negativen Denkmustern ist ein Herzstück der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Mit diesem strukturierten Arbeitsblatt machst du die verschiedenen kognitiven Verzerrungen für deine Klient*innen greifbar und direkt anwendbar. Die Liste umfasst 15 klassische Denkfehler nach Beck (hier als zugänglichere „Denkfallen" bezeichnet) und dient als interaktiver Reflexionsbogen. Als sofort nutzbarer PDF-Download ist das Material optimal für die nächste Therapiesitzung vorbereitet.

Aufbau und Format des Arbeitsblattes

Das Material besteht aus zwei übersichtlichen DIN A4-Seiten und eignet sich perfekt für den beidseitigen Druck auf einem einzigen Blatt (Vorder- und Rückseite).

Zum Einstieg bietet das Arbeitsblatt eine kurze, klient*innenfreundlichen Psychoedukation. Sie erklärt leicht verständlich, warum unser Gehirn manchmal in Denkfallen tappt und warum dies bei psychischen Belastungen häufiger passiert.

Um die Fülle an Informationen für Klient*innen besser verdaubar zu machen, sind die 15 Denkfallen nicht einfach alphabetisch aufgelistet, sondern in logische, übergeordnete Kategorien unterteilt (z.B. Bewertungsverzerrungen oder Schlussfolgerungsfehler). So wird das Grundprinzip ähnlicher Muster sofort auf einen Blick klar.

Oft sprechen Klient*innen darüber, wie häufig bei ihnen die Denfallen vorkommen. Manche kommen selten vor, manche kaum oder gar nicht. Durch einen integrierten Häufigkeits-Check zum einfachen ankreuzen, können die häufigsten und somit relevantesten Denkfehler einfach erkannt werden.

Vom passiven Lesen zur aktiven Selbstreflexion

Anders als herkömmliche Nachschlagewerke ist dieses Arbeitsblatt als aktives Tool konzipiert. Jede Zeile der Liste enthält:

Ein einprägsames Symbol zur visuellen Verankerung

Den Namen der Denkfalle und eine kurze, prägnante Erklärung

Ein alltagsnahes Beispiel zum besseren Verständnis

Einen Häufigkeits-Check zum Ankreuzen, bei dem Klient*innen direkt reflektieren können, wie oft sie dieses Muster bei sich selbst bemerken

Eine freie Spalte, um ein eigenes, persönliches Beispiel aus dem eigenen Alltag einzutragen

Einsatzmöglichkeiten in der Therapie

Wie wende ich die Denkfallen-Liste an?

Z. B. Als Hausaufgabe: Den Bogen nach einer Sitzung mit nach Hause geben, wo Klient*innen die Denkfehler eigenständig erarbeiten können. Dies kann dann in der nächsten Sitzung nachbesprochen werden..

In der Sitzung: Die Liste gemeinsam durchgehen und eigene Beispiele als Einstieg in die kognitive Umstrukturierung erarbeiten.

Als Ergänzung zum Kartenset oder anderen Materialien: Das Arbeitsblatt nutzt dieselben Denkfallen wie unser Therapiekartenset „15 Denkfallen nach Beck".

Enthaltene Denkfallen

Die Liste deckt alle 15 gängigen kognitiven Verzerrungen ab:

Schwarz-Weiß-Denken
Negatives Denken
Übertriebene Verallgemeinerung
Willkürliche Schlussfolgerung
Maximieren
Minimieren
Perfektionismus
Personalisieren
Schuldzuweisungen
Katastrophisieren
Emotionale Beweisführung
Etikettieren
Sollte-/Muss-Sätze
Selektive Wahrnehmung (Tunnelblick)
Gedankenlesen

Theoretischer Hintergrund

Die Übersicht stützt sich auf die Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie nach Aaron T. Beck und Albert Ellis. Beck identifizierte kognitive Verzerrungen als zentralen Mechanismus bei der Aufrechterhaltung depressiver Episoden, was später durch David D. Burns popularisiert wurde. Heute ist die Arbeit mit diesen dysfunktionalen Überzeugungen aus der Behandlung von z.B. Depressionen, Angst-, Zwangs- oder Essstörungen nicht mehr wegzudenken. Auch in Weiterentwicklungen der KVT, wie der Schematherapie oder Metakognitiven Therapie, ist das Erkennen dieser kognitiven Fallen ein entscheidender Schritt in Richtung psychischer Flexibilität.

Weitere passende Materialien

Auf Psychokit findest du weitere Arbeitsblätter und Tools, die sich hervorragend mit dieser Liste kombinieren lassen:

Therapiekartenset: 15 Denkfallen nach Beck – Das optisch und inhaltlich passende Kartenset für den aktiven Einsatz in der Sitzung.

Schwarz-Weiß-Denken erkennen – Arbeitsblatt mit Graustufen-Skala (KVT) – Ideal zur gezielten Vertiefung einer der häufigsten Denkfallen.

ABC-Modell Arbeitsblatt mit Psychoedukation – Der nächste Schritt: Negative Gedanken im ABC-Schema strukturieren.

Merken Ab 1.49€

Therapiekarten kognitive Verzerrungen

Ein besonders vielseitiges Format für die Arbeit in der Sitzung bieten Therapiekarten. Sie ermöglichen interaktive, auflockernd-spielerische Elemente, die die kognitive Auseinandersetzung aktivieren können, ohne belehrend zu wirken.

Die Therapiekarten zu kognitiven Verzerrungen lassen sich vielfältig einsetzen: als Gesprächsimpuls, zur Identifizierung relevanter Denkmuster oder als Erinnerungsstütze zwischen den Sitzungen. Besonders gut fürs Gruppensetting geeignet, fördern sie eine aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Kognitionen.

Kognitive Verzerrungen – Therapiekarten zum Ausdrucken

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Kognitive Verzerrungen gehören zu den zentralen Themen in der kognitiven Verhaltenstherapie. Mit diesem Therapiekartenset können sie auf anschauliche, aktivierende Weise in die Arbeit mit Klient*innen eingebracht werden. Die 15 Karten stellen die zentralen Denkfehler dar, die auch unter den Namen "Denkverzerrungen" oder "Denkfallen" bekannt sind. Sie sind als druckfertiges PDF gestaltet und stehen sofort nach dem Download zur Verfügung.

Aufbau des Kartensets

Das Dokument ist so strukturiert, dass es ohne Vorkenntnisse im Eigenformat gedruckt werden kann. Auf der ersten Seite befindet sich eine übersichtliche Druckanleitung: Empfohlen wird ein A4-Querformat mit beidseitigem Druck. Die eigentlichen Karten befinden sich auf den Seiten 2–9 und sind so aufgeteilt, dass Vorder- und Rückseiten beim Duplexdruck korrekt übereinanderliegen. Ein Testdruck der ersten beiden Blätter wird empfohlen, bevor das gesamte Set gedruckt wird.

Für eine besonders hochwertige und langlebige Version empfiehlt sich der Druck auf dickem Papier und/ oder ein anschließendes Laminieren der Karten. So halten sie auch intensivem Gruppengebrauch stand.

Jede Karte zeigt auf der Vorderseite den Namen des Denkfehlers und ein Symbol, das die jeweilige Denkverzerrung visuell repräsentiert. Auf der Rückseite finden sich eine kurze, klar formulierte Erklärung sowie ein alltagsnahes Beispiel, das Klient*innen die Denkverzerrungen einfach vermittelt.

Warum selbst drucken?

Das Format ist bewusst so gewählt: Ein handelsüblicher Heimdrucker reicht vollständig aus. Nach dem Ausschneiden entlang der Ränder liegen einsatzbereite Karten vor, die beliebig oft wiederverwendet werden können. So entsteht ein langlebiges Therapiematerial ohne laufende Kosten – einmal gedruckt, dauerhaft einsetzbar.

Einsatzmöglichkeiten

Die Karten sind sowohl in der Einzelsitzung als auch im Gruppensetting flexibel einzusetzen. In der Einzelarbeit können sie zur Psychoedukation, zur gezielten Besprechung einzelner Denkverzerrungen oder als Reflexionshilfe genutzt werden.

Besonders wirkungsvoll ist die Anwendung in der Gruppentherapie: Die Karten können mit dem Symbol nach oben auf den Boden gelegt werden. Klient*innen werden eingeladen, ihre Vermutungen und Assoziationen zu den einzelnen Symbolen zu äußern. Anschließend wird die Karte umgedreht und die Erklärung gemeinsam vorgelesen. Durch diesen aktivierenden, entdeckenden Ansatz entsteht ein produktiver Austausch, der die Auseinandersetzung mit den eigenen Denkmustern nachhaltig fördert.

Alternativ können die Karten als Zuordnungsübung eingesetzt werden: Klient*innen erhalten kurze Fallvignetten und ordnen jeder Situation die passende Denkverzerrung zu. Auch als Reflexionskarte für zuhause lassen sich die Karten sinnvoll einsetzen.

Enthaltene kognitive Verzerrungen

Im Set sind alle 15 klassischen Denkverzerrungen abgedeckt:

Schwarz-Weiß-Denken
Negatives Denken
Übertriebene Verallgemeinerung
Willkürliche Schlussfolgerung
Maximieren
Minimieren
Perfektionismus
Personalisieren
Schuldzuweisungen
Katastrophisieren
Emotionale Beweisführung
Etikettieren
Sollte-/Muss-Sätze
Selektive Wahrnehmung (Tunnelblick)
Gedankenlesen

Theoretischer Hintergrund

Die dargestellten Denkverzerrungen basieren auf dem Modell der kognitiven Triade von Aaron T. Beck, das ursprünglich zur Erklärung depressiver Erkrankungen entwickelt wurde. Beck beschrieb, wie negative automatische Gedanken über sich selbst, die Welt und die Zukunft psychische Belastungen aufrechterhalten. Albert Ellis ergänzte dieses Modell im Rahmen der Rational-Emotive Therapie (RET) um das Konzept irrationaler Grundüberzeugungen – darunter Muss-Sätze und Katastrophisieren. Die kognitiven Verzerrungen als konkretes Konzept wurden maßgeblich von Beck und seinem Mitarbeiter David D. Burns popularisiert, insbesondere durch das Werk Feeling Good (Burns, 1980), das bis heute als Standardreferenz gilt. In der aktuellen klinischen Praxis sind diese Konzepte fester Bestandteil der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) und evidenzbasiert bei einer Vielzahl psychischer Störungen, darunter Depression, Angststörungen und Zwangsstörungen. Auch in modernen Ansätzen wie der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) spielen kognitive Muster eine zentrale Rolle – das Kartenset lässt sich daher auch über die klassische KVT hinaus einsetzen.

Weitere passende Materialien zu kognitiven Verzerrungen

Auf Psychokit findest du weitere Materialien, die gut mit diesem Kartenset kombiniert werden können:

Schwarz-Weiß-Denken erkennen – Arbeitsblatt mit Graustufen-Skala (KVT) – ideal zur Vertiefung nach dem Einsatz der entsprechenden Karte

ABC-Modell Arbeitsblatt – kostenlos mit Psychoedukation – als strukturierter Einstieg in die kognitive Umstrukturierung

Merken Ab 3.49€

Schwarz-Weiß-Denken erkennen und differenzieren

Dichotomes Denken zählt zu den häufigsten und therapeutisch bedeutsamsten kognitiven Verzerrungen und ist gleichzeitig eines der schwerer zu modifizierenden Muster, da es oft tief in dysfunktionalen Grundannahmen verankert ist. Die Differenzierung von Absoluturteilen hin zu nuancierten Bewertungen ist ein zentrales Ziel der kognitiven Umstrukturierung.

Das Arbeitsblatt zu Schwarz-Weiß-Denken mit Graustufen-Skala nutzt eine visuelle Metapher, die unmittelbar einleuchtet: Klient*innen verorten ihre Bewertungen auf einem Graustufenkontinuum und üben so, Zwischenstufen wahrzunehmen. Diese konkrete Visualisierung kann kognitiv starre Denkmuster lösen und den Zugang zu alternativen Bewertungen erleichtern.

Schwarz-Weiß-Denken erkennen – Arbeitsblatt mit Graustufen-Skala

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Schwarz-Weiß-Denken, in der kognitiven Verhaltenstherapie auch als Alles-oder-Nichts-Denken bekannt, gehört zu den häufigsten und hartnäckigsten kognitiven Denkfehlern. Viele Klient*innen neigen besonders in stressigen oder depressiven Phasen dazu, Situationen, sich selbst oder andere Menschen in extremen Kategorien zu bewerten: Entweder war ein Ereignis z.B. absolut perfekt oder eine komplette Katastrophe. Entweder man wird von allen geliebt oder von allen gehasst. Die komplexe Realität mit all ihren Nuancen und Abstufungen dazwischen gerät dabei völlig aus dem Blick, was oft zu starken unagnenehmen Gefühlen und einem verminderten Selbstwertgefühl führt.

Das Konzept des Arbeitsblattes

Dieses Arbeitsblatt setzt genau an diesem Punkt an und macht die wichtigen Zwischenstufen wieder sichtbar. Mithilfe einer leicht verständlichen, prozentualen Graustufen-Skala (von 0% bis 100%) wird den Klient*innen das Konzept psychoedukativ und visuell vermittelt. Anhand lebensnaher Alltagsbeispiele (wie der Bewertung einer gehaltenen Präsentation, eines unproduktiven Tages oder eines Konflikts in einer Freundschaft) lernen die Klient*innen, dass es zwischen „total versagt“ und „absolut perfekt“ noch viele realistische Zwischenstufen gibt. Die visuelle Darstellung macht das abstrakte Konzept greifbar und ermöglicht es den Klient*innen, das Denken in Nuancen buchstäblich zu „sehen“.

Typische Denkmuster erkennen und verändern

Zusätzlich zur Skala hilft das Material dabei, typische sprachliche Auslöser für diesen Denkfehler zu identifizieren. Eine integrierte Checkliste für typische "Alles-oder-Nichts-Worte" (wie Immer / Nie, Alle / Niemand, Komplett / Total) sensibilisiert die Klient*innen für ihre eigene innere Sprache. Nachdem das Prinzip verstanden wurde, bietet das Arbeitsblatt ausreichend Platz, um eigene extreme Gedanken einzutragen und diese Schritt für Schritt in realistische Graustufen zu unterteilen. So wird die kognitive Umstrukturierung direkt praktisch eingeübt.

Zwei flexible Versionen für den Praxisalltag

Damit du das Material perfekt an deine therapeutische Situation anpassen kannst, sind im Download zwei verschiedene PDF-Versionen enthalten:

  • Version 1 (2 Seiten - Ausführlich): Bietet eine detaillierte Psychoedukation mit mehreren vorausgefüllten Beispielen (Präsentation, Freundschaft, Tagesleistung), der Checkliste für Signalwörter sowie viel Platz für die Bearbeitung eigener Schwarz-Weiß-Gedanken. Ideal für die Einzeltherapie und tiefgehende Hausaufgaben.

  • Version 2 (1 Seite - Kompakt): Eine kompakte Version, die Psychoedukation, ein anschauliches Beispiel und ein eigenes Beispielfeld auf nur einem Blatt vereint. Perfekt für den schnellen Einsatz, für Gruppentherapien oder als kurzer Einstieg ins Thema.

Einsatzbereiche in der Therapie

Das Arbeitsblatt eignet sich hervorragend als Basis-Tool für die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Es lässt sich sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting, in der Einzel- und Gruppentherapie gewinnbringend einsetzen. Das Design ist bewusst klar und strukturiert gehalten, um den Fokus voll auf das Erkennen von Denkfallen und das Formulieren hilfreicher, alternativer Gedanken zu legen.

Merken Ab 1.49€

Noch mehr Materialien für die Praxis

Kognitive Umstrukturierung ist nur ein Baustein einer gut ausgestatteten Therapiepraxis. Auf Psychokit findest du eine stetig wachsende Sammlung von Arbeitsblättern und Tools für unterschiedlichste Störungsbilder und Therapieverfahren – kuratiert von erfahrenen Kolleg*innen aus der Praxis. Stöbere in der Materialsuche nach Thema, Störungsbild oder Methode, oder entdecke direkt die kostenlosen Materialien als ersten Einstieg.

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Über den Autor: Wir kennen das Problem: Materialien sind verstreut, ganze Bücher werden für einzelne Arbeitsblätter gekauft, Vorlagen entstehen in letzter Minute. Mit Psychokit haben wir eine Plattform geschaffen, auf der therapeutisches Wissen geteilt statt gehortet wird. Wir sind als Plattform auch selbst mit psychotherapeutischer Erfahrung und eigenen, bewährten Materialien dabei, die ihr hier findet. Unser Ziel: Mit hochwertigen Materialien Therapeut*innen Zeit zurückgeben, damit mehr Raum für die individuelle Arbeit mit Patient*nnen bleibt.